Die Renaissance der Rechtschreibung.

Junge Menschen entdecken den Wert korrekter Orthografie neu

(djd). Kinder und Jugendliche messen der Rechtschreibung eine größere Bedeutung bei als oft angenommen. Obwohl die Rechtschreibkompetenz insgesamt abnimmt, betrachten junge Menschen korrekte Orthografie doch als wichtigen Faktor für ihren persönlichen Erfolg.

Nur zwei Prozent empfinden sie als völlig unwichtig. Das zeigt die erste bundesweite, repräsentative Umfrage zum Thema Rechtschreibung unter Kindern und Jugendlichen. Die Studie wurde im Dezember 2025 im Auftrag des Bildungsanbieters Studienkreis vom Institut KB&B Family Facts durchgeführt. Befragt wurden 1.011 Mädchen und Jungen im Alter von acht bis 16 Jahren.

Unterschiedliche Strömungen

Rund 85 Prozent der Befragten finden es wichtig, korrekt zu schreiben. Vier von fünf sind zudem überzeugt, dass Rechtschreibung auch im Zeitalter von KI und Autokorrektur eine große Rolle spielt. Diese Einschätzung steht allerdings im Gegensatz zu dem Bild, das sich in den Schulen zeigt.

Der IQB-Bildungstrend 2022 etwa dokumentiert einen deutlichen Leistungsabfall: Die Rechtschreibleistungen von Neuntklässlern sind im Vergleich zu 2015 stark gesunken.

Gezielte Rechtschreibförderung möglich

Bildungswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler bestätigen die Einschätzung der Jugendlichen. „Eine gute Rechtschreibung ist nicht nur elementar wichtig für alle Schulfächer, sondern später auch Aushängeschild in Ausbildung und Beruf“, sagt Prof. Dr. Friedrich Schönweiss, emeritierter Professor für Bildung und Neue Medien an der Universität Münster. „Um den aktuellen Abwärtstrend bei orthografischen Kompetenzen umzukehren, braucht es eine gezielte und intensive Förderung der Kinder und Jugendlichen.“

Thomas Momotow vom Studienkreis stimmt dem zu. „Wir sehen aktuell eine stark wachsende Nachfrage nach gezielter Rechtschreibförderung. Deshalb bieten wir erstmals ein eigenes Rechtschreibtraining in Zusammenarbeit mit dem Lernserver-Bildungsprojekt an, das an der Universität Münster entwickelt wurde.“ Grundlage dafür sei eine wissenschaftlich fundierte Analyse der Rechtschreibkompetenz, auf deren Basis passgenaue Übungsmaterialien für die Lese- und Rechtschreibförderung erstellt werden.

Foto: djd/Studienkreis