K&B Kinderschutzkonzept

1. Präambel: „Kids & Books“ 

Das Projekt „Kids & Books“ verfolgt das Ziel, die Lesefreude und Lese-, Sprachkompetenz von Kindern durch eine wertschätzende und begleitende Atmosphäre zu stärken. Wir sind uns bewusst, dass die vertrauensvolle Beziehung zwischen Lesementor/innen und Kindern eine besondere Verantwortung mit sich bringt.

Das Kinderschutzkonzept bildet das Fundament, um allen Kindern einen sicheren, respektvollen und geschützten Raum zu bieten, in dem sie wachsen und ihre Welt durch Lesen und Geschichten erweitern können. Der Schutz der uns anvertrauten Kinder vor Gewalt, Vernachlässigung und Grenzverletzungen hat für alle höchste Priorität. Wir dulden keine Form von physischer, psychischer oder sexualisierter Gewalt.

2. Der Verhaltenskodex: „Respekt liest mit“

Um eine Kultur des gegenseitigen Respekts zu etablieren, verpflichten sich alle ehrenamtlichen „Kids & Books“ Lesementor/innen und Mitarbeitenden zu folgenden Grundsätzen:

  • Nähe und Distanz: Wir achten die körperliche Integrität der Kinder. Lob wird verbal ausgedrückt; körperlicher Kontakt beschränkt sich auf eine altersangemessene, respektvolle Ebene (z.B. ein „High Five“ nach einer gelungenen Geschichte).
  • Sprache als Werkzeug: Wir kommunizieren wertschätzend. Abwertende Kommentare über die Leseleistung oder die Herkunft der Kinder sowie begleitender Personen haben in unserem Projekt keinen Platz.
  • Sprache als Schutzschild: Wir nutzen eine inklusive Sprache und greifen sofort ein, wenn Geschichten oder Aussagen diskriminierend oder rassistisch wirken.
  • Keine Geheimnisse: Es werden keine Geheimnisse zwischen dem Lesementor/innen und dem Kind vereinbart, die das Kind belasten könnten oder den Schutz des Kindes gefährden.

3. Prävention durch Transparenz und Qualifizierung

Wir sorgen für Räume, in denen Kinder sicher sind. Unsere Lesementor/innen sind das Herz des Projekts. Deshalb gilt der Grundsatz:

  • Sichere Transparenz schaffen: Unsere Lesementoring Angebote finden immer in für Dritten einsehbaren Räumen oder in einer offenen Lernumgebung statt.
  • Offene Kommunikation und Austausch: Eltern und Erziehungsberechtigte, sowie Lehrkräfte sind bei uns jederzeit willkommen. Wir informieren proaktiv über unsere Lesementoring Abläufe.
  • Qualifizierung/Sensibilisierung: Alle unsere Lesementor/innen müssen ein erweitertes polizeiliches  Führungszeugnis” vorlegen und erhalten vorab eine Einführung in das Kinderschutzkonzept. Sie werden geschult, Anzeichen von Kindeswohlgefährdung zu erkennen und zu wissen, wen sie im Zweifelsfall informieren müssen. Weiterhin nehmen Sie an an einer jährlich stattfindenden Teambesprechung zum Thema „Kinderschutz und Kinderrechte“ teil. 

4. Partizipation durch Mitbestimmung

Bei „Kids & Books“ begegnen alle Lesementor/innen den Kindern auf Augenhöhe.

  • Mitbestimmung: Wir ermöglichen es den Kindern, bei der Auswahl der Bücher und bei der Gestaltung der Leseecken mitzubestimmen. Ihre unterschiedlichen Interessen sind der Kompass unseres Projekts. Wer sich gehört fühlt, lernt eher, eigene Grenzen zu kommunizieren. 
  • Beschwerdemanagement: Kinder haben das Recht, sich unwohl zu fühlen. Jedes Kind weiß, an wen es sich wenden kann, wenn es sich unwohl fühlt oder Kritik äußern möchte. 

5. Das Interventionsschema: Wenn etwas nicht stimmt

Das Kinderschutzkonzept soll Handlungssicherheit bei präventiven Maßnahmen bieten und dabei helfen, im Falle einer notwendigen Intervention die erforderlichen Schritte einzuleiten. Dadurch werden nicht nur die Kinder geschützt, sondern auch die beteiligten Lesementor/innen, indem das Kinderschutzkonzept den transparenten und offenen Austausch mit dem Thema (sexuelle) Gewalt fördert. Sollten Zweifel am Wohl eines Kindes aufkommen, sei es durch Beobachtungen beim Lesementoring oder durch Äußerungen des Kindes, folgen wir einem klaren Protokoll:

  1. Dokumentation: Beobachtungen werden objektiv und zeitnah mündlich und schriftlich von den Lesementor/innen festgehalten (ohne eigene Interpretation) und unverzüglich an die Projektleitung weitergeleitet.
  2. Beratung: Wir ziehen eine insoweit erfahrene Fachkraft (iEfk) hinzu, um die Situation professionell einzuschätzen.
  3. Gespräch: Das Kind wird in einer vertrauensvollen Atmosphäre befragt, ohne es dabei zu drängen („offene Fragen statt Suggestivfragen“).
  4. Handeln: Bei dringendem Verdacht werden die Eltern (sofern keine Gefahr von ihnen ausgeht) oder externe Fachstellen (Jugendamt, spezialisierte Beratungsstellen) eingeschaltet.

6. Jährliche Überprüfung

Einmal jährlich reflektieren wir unser Kinderschutzkonzept im Lesementor/innen Team. Wir laden auch Eltern und die Kinder selbst ein, uns Feedback zu geben.

  • Gab es Situationen, in denen wir uns unsicher fühlten?
  • Wie können wir die Lesementoring Umgebung für die Kinder noch angenehmer gestalten?
  • Müssen wir unsere Standards an aktuelle Anforderungen anpassen?

Schlusswort „Kids & Books“ soll ein sicherer Ankerpunkt in der Welt der Leseförderung sein. „Jedes Kind hat das Recht, in einer Welt voller Bücher und Geschichten groß zu werden – und diese Welt muss sicher sein. 

Stand 2026 Projektleitung „Kids & Books”.