Wie Eltern ihre Kinder bei der Berufswahl unterstützen können
(djd). Bei der Frage, wie es nach der Schule weitergeht, stehen Jugendliche vor einer schwierigen Entscheidung: Sie können eine der etwa 460 betrieblichen oder schulischen Ausbildungen machen. Oder einen der rund 22.000 Studiengänge in Deutschland wählen. Bei der Wahl können Eltern helfen.
Drei Wege führen zum Ziel
Um das eigene Kind bei der Berufswahl zu unterstützen, hilft es, das deutsche Ausbildungssystem zu kennen. Nach dem Schulabschluss haben Jugendliche drei Möglichkeiten, die jeweils gute Perspektiven bieten:
- In einer betrieblichen Ausbildung arbeiten sie in einem Betrieb und lernen in der Berufsschule.
- In einer schulischen Ausbildung lernen sie in der Schule und machen daneben Praktika.
- In einem Studium lernen sie an einer Universität oder Fachhochschule. Für manche Studiengänge ist nicht zwingend ein Abitur nötig. Auch ein Meistertitel oder viele Jahre Praxiserfahrung können oft ein Studium ermöglichen.
Nach den Stärken schauen
Ob eine Ausbildung oder ein Studium der richtige Weg ist, hängt davon ab, welchen Beruf ein Jugendlicher später ausüben möchte. Doch welcher Beruf passt? Um das herauszufinden, denken Jugendliche und Eltern häufig zuerst daran, welche Berufe typisch weiblich oder männlich sind. „Dadurch schließen sie manche Berufe unbewusst aus“, sagt Miguel Diaz, Leiter der Servicestelle der Initiative Klischeefrei.
Wichtiger als geschlechtliche Zuschreibungen sei der Blick auf individuelle Stärken und Fähigkeiten, ergänzt Diaz. „Ist eine junge Frau geschickt mit Werkzeug und kennt sich mit Autos aus, kann sie sich vielleicht in einem technischen Beruf wie Kfz-Mechatronikerin wiederfinden. Andersherum kann es sein, dass ein einfühlsamer junger Mann eine tolle Hebamme wird.“
Konkret unterstützen
Jugendliche, die in ihrer Berufsentscheidung unsicher sind, brauchen meist Hilfe von ihren Eltern. Tipps, wie das gelingt, gibt es unter www.klischee-frei.de/eltern. Dort finden Eltern auch Workshops und weitere Informationen über das deutsche Ausbildungssystem.
Diaz empfiehlt, zunächst mit dem Kind über dessen Interessen und Stärken zu sprechen. Mit diesen Infos kann man als nächstes etwa zum Berufsinformationszentrum der Bundesagentur für Arbeit gehen und sich dort kostenlos über Ausbildungen und Studiengänge informieren.
Um die Auswahl einzugrenzen, hilft es, Erfahrungen in Praktika oder Nebenjobs zu sammeln. Auch auf Berufsmessen und bei Schnuppertagen sowie dem Girls’Day und Boys’Day bekommen Jugendliche einen ersten Eindruck von möglichen Berufswegen.
Miguel Diaz von der Initiative Klischeefrei ist sicher: „Junge Menschen, die Spaß in ihrem Beruf haben, sind langfristig erfolgreich – unabhängig von Geschlechterklischees.“
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